Was braucht ein erfolgreiches Probenwochenende für unser Novemberstück? Ein Testament, eine Giftmischerin, einen selbsternannten Caesar, einen Werwolf im Keller – und möglichst niemanden, der allzu lange am Leben bleibt.
Für unser Jubiläumsstück „Schau nicht unters Rosenbeet“ von Norman Robbins (Zusammenfassung) haben wir uns ein Wochenende lang in Klausur begeben. Ziel: skurrile Familienbande entwirren, pointierte Dialoge schärfen und herausfinden, wie man seine Verwandtschaft stilvoll ins Jenseits befördert.
Anreise am Freitag. Koffer auspacken, Probenraum einrichten, Requisiten sortieren, Getränke kaltstellen.

Noch ist die Welt in Ordnung. Doch schon nach den ersten Szenen wird klar: In der Familie Henk ist „normal“ höchstens ein Gerücht. Da wird ein Testament eröffnet, Erbschaften werden in Frage gestellt, Gift wird gemischt, Familienmitglieder und ungebetene Gäste treffen argwöhnisch aufeinander und die Zahl der noch Anwesenden nimmt auf erschreckend regelmäßige Weise ab.
Was als konzentrierte Textarbeit beginnt, entwickelt sich schnell zu einem herrlich absurden Mix aus schwarzem Humor, Tempo und völlig durchgeknallten Figuren. Zwischen Lachanfällen, Regieanweisungen und Kaffeepausen wurden Rollen geschärft, Pointen gefeilt und der ganz normale Familienwahnsinn auf Betriebstemperatur gebracht.
Fazit: Niemand wurde während des Probenwochenendes vergiftet, erwürgt oder verscharrt. Zumindest nicht außerhalb des Textbuchs. Die Proben waren mörderisch produktiv, das Wochenende herrlich verrückt – und wir freuen uns jetzt schon darauf, unser Publikum im November in die liebenswerteste Psychopathen-Familie der Theatergeschichte willkommen zu heißen.


